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Brandschutzbeauftragte

Allgemeines

Ein Brandschutzbeauftragter ist eine vom Arbeitgeber schriftlich beauftragte und speziell ausgebildete Person, die in den Unternehmen den betrieblichen Brandschutz wahrnimmt. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt dabei beim vorbeugenden Brandschutz.

Je nach Voraussetzungen, können diese Unternehmerpflichten/Aufgaben, durch Bestellung eines eigens ausgebildeten Mitarbeiters oder auch durch einen extern bestellten Brandschutzbeauftragten erfüllt werden. Auch von der Feuerversicherung des Unternehmens kann die Bestellung einer geeigneten Person bei der Festsetzung der Höhe der Prämie berücksichtigt werden.

Fällt ein Betrieb in § 43 der Arbeitsstättenverordnung (AStV), müssen Brandschutzbeauftragte und Brandschutzwarte bestellt werden. Diese Mitarbeiter tragen eine große Verantwortung: Sie kennen alle Brandschutzeinrichtungen eines Unternehmens, überprüfen diese regelmäßig und organisieren jährliche Brandschutzübungen.

Werden zB. in Wohnhäuser Brandmeldezentralen an die Auswertezentrale der Feuerwehr (TUS) angeschlossen, führt in der Regel kein Weg an einen externen Brandschutzbeauftragten vorbei.

Ausbildung

Für ihre Aufgaben brauchen Brandschutzbeauftragte und Brandschutzwarte eine solide Ausbildung und regelmäßige Weiterbildung. Anerkanntes Ausbildungsinstitute bieten diese gem. TRVB O 117 mit folgenden Modulen an:

Modul 1
Schulung zum Brandschutzwart

Gemäß TRVB O 117 muss dafür eine Ausbildung im Umfang von mind. 6 Stunden nachgewiesen werden. In dieser Schulung lernen Sie, welche vorbeugenden Maßnahmen Sie in einem Betrieb setzen können und wie Sie sich im Brandfall richtig verhalten.

Inhalte Modul 1:

  • Grundlagen des betrieblichen Brandschutzes
  • Brandgefahren
  • Verhalten im Brandfall
  • Richtiges Löschen in Theorie und Praxis
  • Überwachung brandgefährlicher Tätigkeiten
  • Eigenkontrolle von Brandschutzanlagen durch den Brandschutzwart

Modul 2
Schulung zum Brandschutzbeauftragten

Brandschutzbeauftragte kennen alle Besonderheiten eines Betriebes. Neben ihrem eigentlichen Job sind sie die zentralen Ansprechpartner für alle Fragen des organisatorischen, baulichen und technischen Brandschutzes: Sie entwerfen u.a. das Organisationsmodell für den betrieblichen Brandschutz, erstellen Alarmpläne und Brandschutzordnungen, schulen Mitarbeiter, bereiten Feuerwehreinsätze vor und sorgen für die regelmäßige Wartung und Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen.

Die TRVB O 117 sieht für den/die Brandschutzbeauftragte/n eine Ausbildung im Ausmaß von mind. 11 Stunden vor.

Inhalte Modul 2:

  • Gesetzliche Bestimmungen und relevante Normen
  • Baulicher Brandschutz
  • Organisatorischer (betrieblicher) Brandschutz
  • Brandgefahren und Gegenmaßnahmen
  • Erste und erweiterte Löschhilfe

Pflichten

  • Brandschutzbeauftragte haben eine Brandschutzordnung zu erstellen.
    In dieser sind die zur Brandverhütung und zur Brandbekämpfung erforderlichen technischen und organisatorischen Vorkehrungen und durchzuführenden Maßnahmen festzuhalten. Die Brandschutzordnung ist jährlich auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Sie ist allen Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern zur Kenntnis zu bringen. Die Brandschutzordnung ist Bestandteil des Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokuments.
  • Ein Brandschutzbuch führen.
    In diesem sind die Ergebnisse der Eigenkontrolle und die getroffenen Maßnahmen zur Mängelbehebung, die durchgeführten Überprüfungen und deren Ergebnisse, die durchgeführten Brandschutzübungen und alle Brände und deren Ursachen festzuhalten.
  • Einen Brandschutzplan erstellen.
    Nach den einschlägigen Regeln der Technik in Zusammenarbeit mit dem örtlich zuständigen Feuerwehrkommando.
  • Unterweisung
    Eine Unterweisung in der ordnungsgemäßen Handhabung der Löschgeräte für alle jene Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer durchzuführen, die in Bereichen beschäftigt werden, in denen begründende Verhältnisse für den erhöhten Brandschutz  vorliegen.
  • Alarmübungen
    Wenn Alarmeinrichtungen, die der Alarmierung von Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmern dienen, vorhanden sind, sind mindestens einmal jährlich während der Arbeitszeit Alarmübungen durchzuführen. Über die Durchführung sind Aufzeichnungen zu führen.